Bald sind die Sommerferien schon wieder vorbei, dann verschwinden alle zwischen 6 und 16 aus dem vormittäglichen Stadtbild. Beige Allwetterkleidung und Wasserwelle treten an die Stelle löchriger Jeans und Pearcings. Und das tägliche Drama nimmt seinen Lauf. „So gehst du aber nicht in die Schule!“ – „Guck doch weg, wenn es dir nicht gefällt!“… So, oder so ähnlich, die Stimmung ist mies, dabei hat der Tag noch gar nicht richtig angefangen.

Uniformen für Hipster und Punks

In vielen Ländern lösen Schuluniformen das Problem – oder zumindest geben sie das vor: Wer jeden Tag das gleiche trägt, hat morgens keinen Entscheidungsdruck, und somit gibt es keinen Streit. Ordnung, Disziplin und Identifikation mit der jeweiligen Schule werden zudem gefördert, so lassen sich die Befürworter der Einheitskleidung vernehmen. Man darf den Erfolg solcher Maßnahmen bezweifeln: Man kann sich über blaue Haare, schwarzen Kajal, Tattoos und Körperschmuck noch immer trefflich streiten; und der Punk wird sich auch in Schuluniform noch vom Hipster unterscheiden – wie die coolen Kids von den Loosers.

Ganz zweifelsfrei allerdings kann es für alle Beteiligten hilfreich sein, wenn man eine Orientierungshilfe zur Hand hat. Wo es nicht nur keine Uniformen, sondern auch keine strengen Dresscodes gibt, ist der Ausdruck der eigenen Individualität in Outfit und Style nur eine Seite der Medaille. Die Kehrseite ist die Unsicherheit: Man will nicht unbedingt auffallen, gleichzeitig nicht aussehen “wie alle”; zwar will man den eigenen Stil zeigen, aber sich keinesfalls dem Spott der anderen Preis geben usw. Nicht immer einfach.

Outfit & Style im Klassenraum

Agnes Sperling, MEMBER OF THE 55 (hier geht’s zum Profil) berät auch Jugendliche in Outfit & Style: „Es ist extrem wichtig, dass sich Schüler richtig wohl fühlen in ihrer Kleidung“, sagt sie. „Denn erst dann stellen sich Konzentration und Begeisterung ein. Außerdem kann sich so das Selbstbewusstsein weiterentwickeln.“ Budget nach oben offen? Nicht unbedingt! Wer den Einkauf mit System angeht, spart letztlich Geld und schont die Nerven. Agnes Sperling empfiehlt zunächst die Basics als Grundausstattung – dafür kann man ruhig auch einfach mal im Schlussverkauf zuschlagen: Shirts, Jeans, Jacken und in Blautönen, Schwarz, Grau, Braun oder Weiß. Im Herbst kommen Orange und Grün sowie Beerentöne dazu. Diese Kleidungsstücke können dann ideal mit der bereits vorhandenen Garderobe kombiniert werden.

Für Mädchen empfiehlt Agnes Sperling einen klassischen College-Look – Jeans- oder Chinohosen, Poloshirts oder Oxford-Hemden, Pullover mit V-Ausschnitt oder auch mal ein Kleid im Vintage- oder Boho-Look. Auch für Jungs sind Jeans- oder Chinohosen passend. Dazu kann man Poloshirts oder T-Shirts mit dezenten Motiven kombinieren. Oxford-Hemden „stylishe Allrounder“, bei denen auch die Ärmel aufgekrempelt werden können. „Anstelle von Sneakers dürfen auch Boots getragen werden“, sagt Agnes Sperling. Im Herbst und Winter sind für Mädchen Sweatshirtkleider und für Jungs Sweatshirts im Trend. Was das Make-up bei den Mädchen angeht, ist übrigens – so der Rat der Stilberaterin – Fingerspitzengefühl gefragt, ebenso wie bei Deo und „Aftershave“ für Jungs: Man sollte diplomatisch sein – aber doch gegensteuern, wenn man dafür ein offenes Ohr findet.

Zitate: Donaukurier

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